Drogen-Info-Berlin e. V.

Geschichte des Drogen-Info-Berlin e. V.

 

Das Drogen–Info-Berlin war seit 1972 an verschiedenen Standorten in Berlin ansässig und hat seit seiner Gründung eine Vielzahl von Veränderungen erlebt. Tatsächlich liegen die Wurzeln unseres Vereins im “Centrum 2000” der späteren Discothek “Sound” (bekannt aus “Christiane F.”) in Berlin. Damals wurden aufgrund des hohen Drogenkonsums innerhalb der Discothek Studenten für eine Beratungsstelle gesucht. Der Pächter hatte zu diesem Zweck im Februar 1972 die “Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs und zur Beratung Drogenabhängiger” kurz “Drogen-Info” gegründet und eintragen lassen.

 

Nachdem damals die Discothek im April 1972 geschlossen wurde, begannen die Berater ein Konzept für eine therapeutische Wohngemeinschaft auszuarbeiten. Mit Hilfe des Berliner Senats wurde im März 1973 die erste Wohnung für 6 Leute in der Potsdamer Straße bezogen, die zu dieser Zeit allerdings ausschließlich aus Studenten bestand. Ab Mai 1973 lebten dann Junkies gemeinsam mit Studenten der Psychologie und Sozialpädagogik.

 

Nach dem Start von Arbeitsprojekten - wie Renovierungen, Entrümpelungen und Umzügen - wurde im Oktober 1974 die Beratungsstelle in der TU (Technische Universität Berlin) von Mitgliedern des Drogen-Info und PH-Studenten aufgebaut. Im Laufe des Jahres 1975 zogen dann die Gründungsmitglieder nach und nach aus, im September 1975 bezog die damalige Gruppe dann das Haus in Marienfelde, Bleichertstr. 35 und bestand zu diesem Zeitpunkt fast nur noch aus Ex-Junkies. Seit 1976 leben im Drogen-Info ausschließlich ehemalige Drogenabhängige.

 

Ende 1982 übernimmt das Drogen-Info durch einen Erbschaftsvertrag ein viergestöckiges Haus vom Grundstücksamt Wedding. Bis Ende 1985 wurde das Haus in Eigenarbeit Restauriert und in Stand gesetzt.

 

Von 1983 bis 1991 lebten, trotz der immerwährenden Schwierigkeiten mit dem Senat und trotz des halben “Info”- Boykotts durch die Drogenberatungsstellen, viele Gruppen im Drogen-Info und machten erfolgreich ihre Therapie.

 

1991 beschlossen die Bewohner des Drogen-Info die Konzeption zu ändern und mit Hilfe des ADV (damals noch:”Anti-Drogen-Verein”) eine selbstverwaltete Nachfolge-Wohngemeinschaft aufzubauen.

 

Monopolisierungsprozesse in der professionellen Drogenhilfe und juristische Vorgaben haben das Drogen-Info in der Vergangenheit immer wieder direkt oder indirekt beeinflusst. Stets waren das Prozesse die für unser Projekt eine Herausforderung waren,  und an denen wir gewachsen sind.

 

So sind wir stolz auf fast 40 Jahre Drogen-Info Geschichte in Berlin. Be a part of it!

 

Was Selbsthilfe bedeutet für uns...
Selbsthilfe meint unter Anderem: aufeinander zu achten, sich bei großen und kleinen Sorgen zu unterstützen und seinen Lebensraum kreativ zu gestalten. Das Drogen-Info-Berlin e. V. ist ein nicht betreutes Projekt. Somit sind sowohl Eigenverantwortung, als auch Gruppenbewusstsein tragende Pfeiler unseres Zusammenlebens. Ziel ist es, sich hier ein solides Fundament für eine cleane, selbstbestimmte Zukunft aufzubauen. Wir bewirtschaften unser Haus selbst und tragen die Verantwortung, es auch für nachfolgende BewohnerInnen zu erhalten.

Hauptziel unserer Gemeinschaft ist es, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Um die Gefährdung aller BewohnerInnen zu vermeiden, haben wir einige Grundregeln, welche die Basis unseres Zusammenlebens bilden.

Keine Gewalt

Keine Gewaltandrohung

Keine Drogen

Im Haus herrscht absolutes Suchtmittelverbot. Wer mit illegalen Drogen und/oder Alkohol rückfällig wird, muss das Haus zum Schutz der Mitbewohner sofort verlassen. Ob eine Rückkehr möglich ist und unter welchen Bedingungen, wird in einem Rückfallgespräch geklärt. Konsum oder Lagerung von Suchtmitteln im Haus führen zur fristlosen Kündigung des Mietvertrages ohne Rückfallgespräch.

Der Umgang mit Alkohol...
Der Konsum von Alkohol außerhalb des Hauses ist nicht verboten, aber die Gefahr, dass Alkohol in einer Krisensituation die Hemmschwelle zum Rückfall mit der Präferenzdroge abbaut, ist bekannt, wird aber oft verdrängt. Basis für den Umgang mit Alkohol ist die realistische Einschätzung des eigenen Konsumverhaltens.

Entsprechend legtst du, wenn du bei uns wohnen möchtest, deinen Cleananspruch selbst fest - dieser kann nur durch Rückspache mit der Gruppe verändert werden. Vorraussetzung für die Möglichkeit, außerhalb des Hauses Alkohol zu trinken, ist ein Zeitraum vom 12 Monaten, in dem du vollkommen abstinent gelebt hast. Regelmäßiger oder exzessiver Konsum von Alkohol führt zu einem Rückfallgespräch oder unter Umständen zum Rausschmiss.

Ein paar Worte zur THC-Regelung

 

Haschisch, Cannabis bzw. THC ist in Deutschland verboten, und für viele ist es auch heute noch zu Recht im BtmG aufgeführt. An der strafrechtlichen Situation können und wollen wir als nicht politisches Projekt nichts ändern. Wohl aber haben wir uns als akzeptierender Verein zu positionieren, und wollen unseren Mitbewohnern keine Substanz vorschreiben die sie zu konsumieren haben – wenn sie sich schon im kontrollierten Konsum „testen“ wollen.

 

Das Alkohol jedes Jahr rund 50.000 Menschen in den Tod treibt ist eine gesellschaftliche Realität, mit der auch wir Umgehen müssen. Dazu sollten lebbare Alternativen geboten werden.

 

THC ist in unseren Augen eine solche lebbare Alternative – jenseits aller strafrechtlichen Erwägungen. Wir als Drogen-Info müssen niemanden entlassen, nur weil er sich entscheidet gelegentlich Haschisch zu rauchen – vorausgesetzt er hat das in der Gruppe ganz klar thematisiert, und für sich in Anspruch genommen. Denn nur so greift der Kontrollmechanismus durch die Gruppe, und problematisches Konsumverhalten kann transparent gemacht werden.

 

Wir weisen also ausdrücklich darauf hin, das THC natürlich in Deutschland verboten ist, wir jedoch zugunsten der Selbstbestimmung des Einzelnen, unter den genannten Voraussetzungen, den Konsum von THC außerhalb des Hauses dulden.

 

 

Unsere Webpräsenz:

 

Mit unserer Homepage hoffen wir ein zeitgemäßes und aktuelles Medium für alle Interessierten zur Verfügung zu stellen. Wir informieren hier über Suchthilfeeinrichtungen, über illegale Drogen, aber auch über aktuelle Verunreinigungen in illegal erworbenen Substanzen.

 

www.drogen-info-berlin.de